Radio-Diskussion um den geplanten Hühnerschlachthof in Ahlhorn

Das Nordwestradio hat am 12.06.2013 eine öffentliche Live-Diskussion um den massiv umstrittenen Mega-Hühnerschlachthof in Großenkneten-Ahlhorn veranstaltet.

Auffallend ist, dass die Befürworter von CDU, FDP und Geflügelwirtschaft zum Einen ihre so genannten Argumente sehr lautstark vorgetragen haben und andererseits zwar Sachlichkeit eingefordert, aber mit Unterstellung, Beleidigungen und Beschwichtigungen selbst vorgegangen sind.

Die Tatsache,dass in Großenkneten ein derartig starker Widerstand gegen die Agrarfabriken entstanden ist und auch der erklärte Gegner der Schlachterei, Thorsten Schmidtke, mit einem gewaltigen Stimmenvorsprung die Bürgermeisterwahl vor dem Kandidaten von CDU/FDP gewonnen hat, zeigt, dass sich in Großenkneten eine massive Trendwende bei den Bürgerinnen und Bürgern eingesetzt ist.

Niemand von den Befürwortern haben auch nur einen echten Vorteil für die Gemeinde Großenkneten vorgebracht, wenn denn der Schlachthof käme.

Die Mitarbeiter bei HEIDEMARK und Kreienborg verdienen nicht einmal 1.500 € pro Monat. Damit ist die Altersarmut vorprogrammiert.

Hier die Live-Sendung zum nachhören.

***UPDATE***Ist der geplante Geflügelschlachthof in Ahlhorn vor dem Ende?

Im Großenknetener Ortsteil Ahlhorn (Landkreis Oldenburg i.O.) kämpfen viele Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung gegen einen geplanten Geflügelschlachthof der Fa. Kreienkamp, die angeblich im Besitz des Walter Kreienborg sein soll.

Nachdem immer mehr Menschen vor Ort massiv der Ansiedlung dieses für 220.000 Tiere pro Tag geplanten Schlachthofs neben den bereits existierenden Schlachthof der Firma Heidemark,des Unternehmers Bernd Kalvelage ihren Widerstand gegen diese Pläne offen zeigen, hat der vorgebliche Investor Kreienborg am 30.05.2013 zu einer „Bürgerver-sammlung“ in Ahlhorn eingeladen.

Der „Auftritt“ des  Unternehmers Kreienborg – unter Aufsicht von Heidemark-Chef Kalvelage und dessen Generalbevollmächtigten („Am Ende des Tages“)-Eiken – war eher eine Aneinanderreihung von Peinlichkeiten, unbeantworteten Fragen, irreführenden, teilweise falschen und sich widersprechenden Antworten.

Unprofessioneller und unglaubwürdiger kann man sich kaum darstellen. Die etwa 150 Besucher – überwiegend gegen den Schlachthof eingestellt – wurden bestätigt in ihrer Ansicht, dass Kreienborg Unzuverlässigkeit ausstrahlt und seine Pläne vollkommen inakzeptabel sind. Zumal die Gemeinde Großenkneten keinerlei Vorteile vom Neubau hätte, aber ganz viele Nachteile.

Mittlerweile mehren sich Information in und um Großenkneten, dass angeblich die Protagonisten des Neubauplans selber nicht mehr an einer erfolgreichen Umsetzung ihrer Pläne glauben und daher der Schlachthof nicht in Ahlhorn gebaut wird.

Bis zu den entscheidenden Abstimmungen im Bauausschuss und Rat von  Großenkneten am 10. bzw. 24.06.2013 werden die Widerständler aber sicherlich unbeirrt ihre  Widerstandsaktionen weiterführen, genauso wie sie den gewählten Vertretern weiterhin deutlich machen werden, welches Abstimmungsverhalten sie von diesen erwarten.

Wilfried Papenhausen, der Vorsitzende der Bürgerinitiative BÜNDNIS MUT (Mensch, Umwelt, Tier) und Mitglied des Sprecherkreises im  LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken, ist – zusammen mit seinen Mitstreitern, der maßgebliche Initiator und Organisator des Bürgerwiderstands.

Nachfolgend die Berichte der Medien:

 

 

 

Mangelnde Kontrolle bei Gutachten durch Landkreis Oldenburg?

Der Verein Bündnis MUT um seinen sehr umtriebigen Vorsitzenden Wilfried Papenhusen aus Großenkneten-Gut Moorbeck (LK Oldenburg), Mitglied im LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken, setzt sich seit Jahren gegen Agrarfabriken ein.

In einer sehr umfangreichen, detaillierten und fachlich äußerst fundierten Präsentation hat Bündnis MUT-Vorstandsmitglied Uwe Behrens in einer anberaumten Pressekonferenz am 07.05.2013 in Großenkneten-Gut Moorbeck den anwesenden Journalisten sachlich und nüchtern die Fakten vorgestellt und erläutert.

Nach über 40 genehmigten Massentierställen in den letzten Jahren und über 50 vorliegenden Anträgen hat man bei Bündnis MUT die vom Landkreis Oldenburg praktizierte Vorgehensweise bei Genehmigungsverfahren sehr genau analysiert und dabei zum Teil gravierende Mängel festgestellt.

Dabei hat Bündnis MUT den Sachverstand des sehr renommierten Sachverständigen für Immissionsschutz, Dipl.-Ing. Knut Haverkamp aus Liebenburg, hinzugezogen. Der anerkannte Fachmann hat in der Pressekonferenz  auf Gut Moorbeck in Großenkneten u.a. bestätigt, dass aufgedeckte Mängel bei den von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Oldenburg, erstellten Gutachten vom Landkreis Oldenburg nicht entdeckt, zumindest aber nicht bemängelt worden waren und dass es nicht zur Genehmigung hätte kommen dürfen.

Der bei der Pressekonferenz ebenfalls anwesende Sprecher des LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Michael Hettwer aus Barsinghausen (Region Hannover), erklärte dazu, dass es sich um einen Skandal erster Güte handelt, wenn in einem Genehmigungsverfahren vorgelegte Gutachten bereits vorhandene Immissionen nicht beachtet und von der Genehmigungsbehörde diese offensichtlichen Mängel nicht entdeckt worden sind.

In einem Fall hat wurde im Gutachten in einer Landkarte der Ausschnitt so gewählt, dass mehrere vorhandene Stallanlagen in der Nähe von Wohnbebauung nicht mehr sichtbar waren, obwohl diese deutlich näher als die geplante Anlage an der Wohnbebauung liegen.

„Dies grenzt für mich schon fast an Betrug oder Vorsatz“, erklärte Hettwer noch während der laufenden Pressekonferenz und kündigte an, dass  das gesamte Netzwerk der über 130 in Niedersachsen zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen, Verbände und Organisationen mit über 250.000 Mitgliedern und Unterstützern alles daran setzen wird, diese offensichtlichen Misstände bei Genehmigungsverfahren im Landkreis Oldenburg abzustellen und – soweit möglich – zu korrigieren und Bündnis MUT bei den noch anhängigen Verfahren nach besten Kräften – auch bei dem anstehenden Genehmigungsverfahren für den geplanten Geflügelschlachthof in Großenkneten-Ahlhorn – zu unterstützen.

„Wenn der Landkreis Oldenburg augenscheinlich nicht die fachliche Qualifikation besitzt, die diffizilen Aspekte bei den Verfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) hinlänglich zu prüfen, wäre es doch angebracht, diese der Zentralstelle in Niedersachsen beim Gewerbeaufsichtsamt in Hildesheim zur Überprüfung zu geben, als einfach Anträge auf Grund falscher oder mangelhafter Punkte zu genehmigen“, fordert Hettwer.

Nachfolgend die Presseartikel (wird aktualisiert):

 

taz 03.02.2013: „Geschmäckle im Hähnchenstall“

Bündnis MUT, Mitglied im Landesnetzwerk Niedersachsen, erhebt Vorwürfe an den Landkreis Oldenburg als Genehmigungsbehörde für Massentierställe und hat in einem aktuellen Fall Widerspruch erhoben

Im dazu veröffentlichten Bericht der taz wird über die geübte Praxis des Landkreises Oldenburg berichtet, Gutachter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) bei Genehmigungsverfahren zu akzeptieren.

Übrigens:  der NGW Niedersächsische Geflügelwirtschaft – Landesverband e.V. und die LWK haben sich bisher die gleiche Faxnummer geteilt und diese augenscheinlich erst auf entsprechende Hinweise aus Kreisen der Massentierhaltungsgegner verändert. Man sitzt jedoch noch räumlich eng beieinander.

Dass es in und um Massentierställen erheblich stinkt, ist ja bekannt – aber der Gestank der da aus dem Landkreis Oldenburg ruchbar geworden ist, hat mehr als ein Geschmäckle.

 

 

Mail an Prof. Kamphues, Tierärztliche Hochschule Hannover – Familienmitglied der Wiesenhof-Inhaberfamilie im Stiftungsrat der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Folgende E-Mail hat Wilfried Papenhusen von Bündnis MUT aus Großenkneten Professor Josef Kamphues von der Tierärztlichen Hochschule Hannover geschrieben.

Nachfolgend der vollständige Text:

Guten Tag sehr geehrter Herr Prof. Josef Kamphues,

88 % der deutschen Bevölkerung sorgt sich um die Lebensmittelsicherheit und hat kein Vertrauen mehr in die deutsche Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.  

88 % sind keine Randgruppe. Auch nicht ahnungslos und/oder unqualifiziert. 

Zu Ihrem Gesprächsbeitrag auf der Kreisverbandversammlung vom Niedersächsischen Landvolk Kreisverband Mittelweser Nienburg – Grafschaft Hoya e. V. im Nienburger Weserschlößchen:

“Heute äußert sich jeder Ahnungslose unqualifiziert zu diesem Thema” (…aktuelle Antibiotikadebatte…) erlauben Sie uns bitte folgende Anmerkung:

Nach wie vor hat das Thema Antibiotikamißbrauch in der deutschen Landwirtschaft an Aktualität nichts eingebüßt. Wenngleich die Diskussion darüber nicht neu ist. 

Nicht ganz zufällig hat das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken, in dem sich die Interessen von über 250.000 Mitgliedern aus über 120 Vereinen und Organisationen widerspiegeln, an der Stellschraube Verbraucherinformation hantiert.

Während die Strategie des Bauernverbandes ganz offensichtlich darin besteht, die Bedenken auch namhafter Wissenschaftler zu zerstreuen, multiplizieren die Mitglieder im Landesnetzwerk Niedersachsen Informationen u. a. von Prof. Wolfgang Witte, RKI, Dr. vet. Hermann Focke, Dr. med. Thomas Fein, Dr. med. Burkhard Kursch, aus der Studie Utrecht etc. etc.. 

Bitte, entschließen auch Sie sich, sehr geehrter Herr Prof. Josef Kamphues, zur Kenntnis zu nehmen, daß es sich hierbei eben nicht, um ahnungslose, unqualifizierte “Stimmungsmacher”, sondern um sehr engagierte und zugleich stark besorgte Bürger handelt.

Wenn Ihnen dies gelingen sollte, haben Sie sich bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung einer sachlichen und angemessenen Diskussion genähert. 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 

Mit freundlichen Grüßen

Bündnis MUT

Mensch – Umwelt – Tier

-Wilfried Papenhusen-

www.buendnis-mut.de

Zur Information:

Die Tierärztliche Hochschule Hannover ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Sie wird durch Ihren Präsidenten Dr. Gerhard Greif gesetzlich vertreten. Die zuständige Aufsichtsbehörde ist der Stiftungsrat (§§ 59, 60 Absatz 2 Satz 2 Nr.7 NHG) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 2, 30559 Hannover.

Zu dem Stiftungsrat und seinen Mitglieder hier weitere Informationen:

Es ist schon bezeichnend wenn die Ehefrau des Verantwortlichen des größten Geflügelkonzerns in Europa, Fa. Wiesenhof, in diesem Stiftungsrat Mitglied ist.