Bürgerproteste im Fernsehen: „Hallo Niedersachsen“ berichtet im NDR und REPORT München in der ARD

Das NDR-Fernsehen berichtet in der regionlane Nachrichtensendung „Hallo Niedersachsen“ in einer Wochenserie unter dem  Titel „Wutbürger und Bürgerprotest“ über die Protestkultur in Niedersachsen,

Bundesweit berichtete REPORT MÜNCHEN für die ARD am 11.11.2014  unter dem Titel „Belastetes Trinkwasser, beißender Gestank – Bürgerproteste gegen neue Tiermastanlagen“  über den Widerstand der Bürger gegen die Agrarindustrie.

Hier die Beiträge von NDR und ARD:

Und ab 20.11.2014 startet die renommierte Wochenzeitschrift DIE ZEIT eine 4-teilige Serie über Agrarindustrie und den Widerstand dagegen im Wirtschaftsteil unter dem Titel „Tödliche Keime“.

###+++***UPDATE***+++###Erfolgreiche und friedliche Demonstration gegen geplanten Hühnerschlachthof in Ahlhorn

Etwa 700 Menschen sind am 19.10.2013 im beschaulichen Ortsteil Ahlhorn der Gemeinde Großenkneten (Landkreis Oldenburg) gegen einen geplanten Hühnerschlachthof – in dem etwa 240.000 Hühner pro Tag geschlachtet werden können – auf die Straße gegangen.

Ein breites Bündnis von ganz vielen Einwohnern, Vereinen, Verbänden und Ratsmitgliedern aus Ahlhorn und Großenkneten, so u.a. der Verein für Lebensqualität aus Ahlhorn und die örtliche Bürgerinitiative Bündnis MUT, haben die von einer einzelnen Ahlhorner Bürgerin angemeldeten Demonstration tatkräftig unterstützt und zu  einem großen Erfolg geführt.

Dabei haben  sich der Verein ALSO aus Oldenburg, die AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), die AgfaN (Arbeitsgemeinschft für artgerechte Nutztierhaltung) die BI Wietze, die BI Lunestedt, der BUND, die niederländisch-deutsche BI ORA aus Ter Apel/NL und das LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken intensiv mit eingebracht.

Auf der Abschlußkundgebung nach der Demonstration sprachen

  • Uschi Helmer, Vorsitzende der BI Wietze
  • Ottmar Ilchmann, Vorsitzender AbL Niedersachsen
  • Audra Brinkhus-Saltys, DGB-Kreisvorsitzende Vechta

und der Sprecher des Landesnetzwerks, Michael Hettwer (Redemanuskript).

Dieser friedliche, phantasievolle und kreative Protest hat sehr viel Aufmerksamkeit der Einwohnerschaft von Ahlhorn und in Medien – auch überregional – erregt.

Erste Berichte der Medien nachfolgend (wird aktualisiert):

Nachfolgend die Zeitungsartikel der lokalen Presse:

  • NWZ 21.10.2013: Beide Lager gehen auf die Straße / Demonstranten für und gegen Groß-Schlachthof / Doppelte Demo in Ahlhorn
  • Wildeshauser Zeitung (WZ) 21.10.2013: Aufgeheizte Stimmung

 

 

131021-NWZ-Beide Lager gehen auf die Straße 131021-NWZ-Demonstranten für und gegen Groß-Schlachthof 131021-NWZ-Doppelte Demo in Ahlhorn 131021-WZ-Aufgeheizte Stimmung

 

 Hier die ersten Fotos (Dank und Copyright: Frank Poppe/Bündnis MUT)

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Dass auch der angebliche Investor der geplanten Schlachtfabrik, Walter Kreienborg – Geschäftsführer der Firma Kreienkamp aus Wildeshausen – mit nur einem Teil seiner Mitarbeiter – den Beginn und Verlauf der angemeldeten Demonstration der Schlachthofgegener vermeintlicht unter Bruch von Strafgesetzen zu stören versuchte, zeigt, wie dünn das Nervenkostüm des Manns ist und wie er mit der einhaltung von Gesetzen umgeht. Seine dümmliche anmutende Ausrede, man führe eine Spontandemonstration durch, wurde schon dadurch widerlegt, dass fast alle Berufsdemonstranten (man kann nur hoffen, dass sie wenigstens extra bezahlt werden oder extra Freizeitausgleich erhalten) einheitliche, extra angefertigte T-Shirts trugen und vorgefertigte Banner und Transparente mit sich führten.

Eine erste Strafanzeige mit Strafantrag ist mittlerweile  erstattet und gestellt worden. Weitere dürften folgen.

Wenn Walter Kreienborg schon Gesetze vor den Augen der Polizei zu brechen scheint – wie mag es da erst in seinem für die Öffentlichkeit und den Überwachungsbehörden nicht zugänglichen Unternehmen aussehen? Zumindest sind sehr große Zweifel an seiner Zuverlässigkeit angebracht. Und dies sollten die Einwohner von Großenkneten bei der am 22.10.2013 beginnenden Bürgerbefragung bei ihrer Entscheidung,wie sie abstimmen, unbedingt berücksichtigen.

 

Gegen neuen Geflügelschlachthof in Ahlhorn – Demo am 19.10.2013

Das LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken ruft in einer Pressemitteilung zur Teilnahme an der Demonstration am 19.10.2013 in Großenkneten-Ahlhorn auf und bittet die Einwohnerschaft von Großenkneten bei der Bürgerbefragung mit „Nein“ und damit gegen die Ansiedlung eines weiteren Geflügelschlachthofs zu stimmen.

Die Initiatoren und Organisatoren der Demonstration haben einen Flyer gestaltet, der an alle (!!!) Haushalte in Großenkneten verteilt wird. Unser Mitglied BÜNDNID MUT hat eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Die Kampagne „Meine Landwirtschaft“ hat Informationen zur Demo auf ihrer Internetseite publiziert.

Sicherlich sehr aufschlussreich und interessant wird die am Vortage der Demonstration stattfindende Informationsveranstaltung „Wie gefährlich ist die Hähnchenmast?“ mit Dr. med. Thomas Fein – Mitverfasser der Studie „Gesundheitsgefährdung durch Hähnchenmastanlagen der Intensivtierhaltung“ – sein.

Zu dem gesamten Thema gab es in den letzten Tagen zahlreiche Leserbriefe und Presseartikel, die nachfolgend nachzulesen sind:

Den nachfolgenden Leserbrief – und weitere – hat die NWZ bisher nicht veröffentlicht und seinen Lesern vorenthalten:

Falsche Aussagen – Schlachthofkapazitäten mehr als genug vorhanden

Die von Kreisvolkvorsitzendem und Kreislandwirt  Jürgen Seeger wiedergegebenen Aussagen, zeigen nachdrücklich, dass sich das Landvolk immer noch und weiterhin als Progandisten der Agrarindustrie gerieren. Dass er –  als Hühnermäster –  augenscheinlich nur den eigenen Profit (sofern er denn in Zukunft überhaupt  noch anfällt) vor Augen hat, zeigt die Pressemitteilung von Herrn Seeger nur allzu deutlich.

Nicht ein Wort zu den Gefahren und Belastungen, die ein weiterer Schlachthof in Ahlhorn hervorrufen werden.  Nicht ein Wort zu den Gefahren, die die Hühnermast in Massen-tierställen für die Menschen und die Umwelt in der Region bringt. Nicht ein Wort zu den Subventionen, für die auch jeder Einwohner aus Großenkneten zahlen muss.

Und wenn der Lobbyist in eigener Sache und Multifunktionär Seeger von der Möglichkeit spricht, Einfluss zu nehmen, so lässt er (bewusst?) außer Acht, dass unser politisches System eine repräsentive Demokratie ist, also von gewählten Vertretern die Entscheidungen im Einzelfall getroffen werden. Oder hat der Schwenk von Herrn Seeger – offensichtlich Arm im Arm mit den Damen Grotelüschen und Haake – zur angeblichen direkten Demokratie eher damit zu tun, dass die Mehrheitsfraktionen im Rat von Großenkneten einige unsichere Kantonisten aufweisen? Wollte man Frau  Grote-lüschen dem Risiko  eines Abstimmungsdesasters im Rat von Großenkneten kurz vor der Bundestagswahl nicht aussetzen?

Falsch sind auf jeden Fall die Aussagen von Herrn Seeger, dass Schlachtkapazitäten fehlen. Der Megaschlachthof in Wietze mit seiner Kapazität von weit über 400.000 Hühnern am Tag ist nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Er wurde übrigens mit knapp 10 Millionen € Steuergeledern gefördert. Und in Wietzen ist auch eine Verdopplung der gegenwärtigen Kapazitäten von 140.000 Tiere auf 240.000 Tiere im Antragsverfahren.   

Und dass das Landvolk jetzt plötzlich die Qualen der Tiere auf den Transportwegen erkennt, ist doch viel zu durchsichtig. Zumal wenn man sich erinnert, dass eben derselbe Jürgen Seeger noch in 2006 beklagt hat, dass für Tiertransporte ordentliche Dokumen-tationen erfolgen müssen.

Ich kann jedenfalls nur alle Einwohnerinnen und Einwohner aus Großenkneten aufrufen und herzlich bitten, am Bürgerentscheid teilzunehmen und gegen die Ansiedlung eines weiteren Schlachthofs in Ahlhorn zu stimmen. Und für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit, für den Erhalt der Umwelt, für mehr Lebensqualität und für die Zukunft unserer Kinder.“                                                                                                            Michael Hettwer, Barsinghausen – Sprecher Landesnetzwerk Niedersachsen

–> Nein statt Jain                                                                                                                   –> Nein statt Jain Rückseite 

Und dass Widerstand erfolgreich sein kann, zeigt die Rücknahme des Antrages des Landwirts Jan Bernd Stolle aus Großenkneten, der nach schriftlicher Auskunft des Landkreises Oldenburg seinen Bauantrag für eine Hühnermastfabrik mit ~ 45.000 Tieren zurückgezogen hat.