Pressemitteilung AbL 13.06.2013

Ahlhorner Podiumsdiskussion von Radio Bremen zu den Kreienborg-Schlachthaus-Plänen: Ex-Tierarzt von Heidemark als „Vertreter des Geflügelwirtschaftsverbands“

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) äußert sich verwundert darüber, dass sich der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband (NGW) bei einer von Radio Bremen am 12.6. veranstalteten Podiumsdiskussion zur umstrittenen Planung eines Hähnchenschlachthofs der Firma Kreienkamp in Ahlhorn von Dr. Klaus Peter Behr vertreten ließ, laut Medienberichten ehemals Tierarzt der Ahlhorner Geflügelschlacht-Firma Heidemark.

Die AbL äußerte zwar Verständnis für eine offensichtliche Personal-Enge beim NGW, nachdem der bisherige Vorsitzende Wilhelm Hoffrogge nach staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen über seine evt. Beteiligung an der gesetzwidrigen Überbelegung von Ställen sein Amt ruhen ließ. Trotz alledem sei die Entsendung von Dr. Behr als NGW-Vertreter vielsagend vor dem Hintergrund, dass viele Bürger und Branchenexperten als treibende und dominierende Kraft hinter den Bauplänen der Firma Kreienkamp den Heidemark-Konzern bzw. dessen Eigner Kalvelage vermuten würden. Auch bei der jüngsten Präsentation der Schlachthof-Baupläne der Firma Kreienkamp vor Ahlhorner Bürgern habe ein Heidemark-Manager eine zentrale Rolle gespielt.

Die Sorge etlicher anwesender „Kreienkamp“-Beschäftigter um ihre Arbeitsplätze müsse man ernst nehmen. Angesichts des anhaltend ruinösen Verdrängungskampfs der Konzerne im Geflügelsektor bei jetzt schon anhaltender Überproduktion gefährde aber gerade die beabsichtigte riskante Mega-Expansionspolitik die Arbeitsplätze. Das Ende des benachbarten Unternehmens Stolle bzw. dessen Übergang in den von Finanzinvestoren dominierten Plukon-Konzern sowie die absehbare Schließung des Schlachthofs Visbek seien deutliche Warnzeichen für die Gefährdung auch der Kreienkamp-Arbeitsplätze.

Angesichts der bereits geschehenen Übernahme ehemaliger Stolle-Mäster durch den Rothkötter-Schlachtkonzern sei auch die Behauptung unglaubwürdig, man könne Mäster anderer Schlachtkonzerne aus der Region für die Belieferung des geplanten Ahlhorner Schlachthofs abwerben. Die AbL sei zudem verwundert über „die Bürgerferne, das mangelnde Problembewusstsein und die sehr einseitige Fakten-Auswahl“ der Vertreterin der Ahlhorner CDU-FDP-Fraktion.

Die AbL zeigte sich überzeugt, dass die Ahlhorner Bürgerinnen und Bürger bei der anstehenden Bürgerbefragung den Plänen für einen weiteren Großschlachthof sowie den damit verbundenen Belastungen und Hähnchen-Stallbauten eine klare Absage erteilen würden. Dies werde angesichts des von ruinösen Überschüssen geprägten Geflügelmarkts und des volkswirtschaftlich unsinnig-schädlichen Verdrängungskampfs der Geflügelkonzerne zu Lasten von Menschen, Tieren, Umwelt, Gemeinden und Regionen ein deutliches Zeichen für „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ setzen.                                                                2.965  Zeichen    –   13.06.2013

taz 03.02.2013: „Geschmäckle im Hähnchenstall“

Bündnis MUT, Mitglied im Landesnetzwerk Niedersachsen, erhebt Vorwürfe an den Landkreis Oldenburg als Genehmigungsbehörde für Massentierställe und hat in einem aktuellen Fall Widerspruch erhoben

Im dazu veröffentlichten Bericht der taz wird über die geübte Praxis des Landkreises Oldenburg berichtet, Gutachter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) bei Genehmigungsverfahren zu akzeptieren.

Übrigens:  der NGW Niedersächsische Geflügelwirtschaft – Landesverband e.V. und die LWK haben sich bisher die gleiche Faxnummer geteilt und diese augenscheinlich erst auf entsprechende Hinweise aus Kreisen der Massentierhaltungsgegner verändert. Man sitzt jedoch noch räumlich eng beieinander.

Dass es in und um Massentierställen erheblich stinkt, ist ja bekannt – aber der Gestank der da aus dem Landkreis Oldenburg ruchbar geworden ist, hat mehr als ein Geschmäckle.