Unbekannte bedrohen Prälat – ein Kommentar von Michael Hettwer

Zu Medienberichten

nachfolgend ein Kommentar von Michael Hettwer, Barsinghausen:

Die Berichte der Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg (Oldbg.), und des NDR beschreiben eine abscheuliche Tat gegen einen katholischen Priester. Dieser Mann Gottes hat die unsäglichen Zustände, unter denen Mitarbeitern von Schlachthöfen leben und arbeiten müssen, thematisiert und dankenswerter Weise mit an die Öffentlichkeit gebracht.

Ist nun das tote Kaninchen, dem man die Haut abgezogen hat, eine ernsthaft Warnung der Fleischbranche, die es Kirche, der betroffene Kirchenmann und die Polizei vermuten? Ob dieses widerwärtige Vorgehen – dass man hierzulande bisher nur aus Mafia-Filmen kannte – nun von den so genannten Leiharbeitsfirmen, den Vermietern oder der Agrarindustrie zu verantworten ist, oder der oder die Täter ganz woanders zu suchen ist: die Gesellschaft ist aufgerufen, dem Treiben dieser an Sklavenarbeit und Sklavenhaltung erinnernden Zustände im Umfeld der Fleisch- und Agrarindustrie – aber auch anderswo -ganz schnell ein Ende zu bereiten.

Und wir alle sind verpflichtet, uns einmütig hinter den mutigen Prälaten aus Vechta und allen anderen Mitmenschen zu stellen, die für Recht, Freiheit, Menschenwürde, Umwelt und Tierwohl eintreten.

Wenn Agrar (in diesem Fall Fleisch-)-Industrie nur noch zu solchen (Werkverträge) Bedingungen rentabel zu gestallten ist, muss sie ein Ende haben, weil Sie sich eklatant gegen den Geist unseres Gemeinwesens stellt und ganz erheblich gegen unsere Verfassung sowie einschlägige Gesetze verstößt.

Ist es eigentlich Zufall, dass diese Tat kurz nach dem Aufruf des Niedersächsischen Landvolks Pastoren, die kritische Predigten in Kirchen hielten, zu denunzieren?

Prälat Peter Kossen möchte man zurufen: bitte bleiben Sie standhaft und lassen Sie sich nicht einschüchtern!

Aktuell dazu auch die Pressemeldung von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Niedersachsen.

Landvolk-Aktion gegen Pastoren schlägt hohe Wellen – Pfarrverein rät Landvolk zur Entschuldigung

Der vom Niedersächsischen Landvolk e.V. initiierte Aufruf an seine Mitglieder, kritische Predigten von Pastoren zur Massentierhaltung an das Landvolk zwecks weiterer Verwendung zu melden, hat jetzt den Hannoverschen Pfarrverein in einem offenen Brief an Landvolk-Präsident Hilse zu dem Rat, sich zu entschuldigen, auf den Plan gerufen.

Auch in den Medien hat der Vorgang zu vielfachen Reaktionen geführt.

Mehr dazu hier.