***UPDATE*** Missbraucht ein Großverleger seine Medienmacht?

Dr. Dirk Ippen ist ein für die breite Öffentlichkeit eher unbekannter Verleger.

Dabei ist er doch einer der größten Zeitungsverleger in Deutschland, wie die Liste deutscher Zeitungen und weitere Informationen deutlich machen.

In einem  Kommentar vom 03.08.2013 in den diversen Zeitungen seines Imperiums übernimmt der Großverleger Ippen vollkommen undifferenziert Parolen des Deutschen Bauernverbands (DBV) / Landvolks. Und damit gibt er natürlich die  Linie für viele um objektive Berichterstattung bemühte Journalisten seiner Zeitungen vor, die sich zum Teil kaum noch trauen werden, gegen diese „Vorgaben“ ihres Bosses zu schreiben.

Perfide ist jedoch die Tatsache, dass Ippen in seiner E-Mail vom 04.08.2013 als Antwort auf einen Leserbrief vom 03.08.2013 versucht, sein Vorgehen als „Belebung“ seiner Zeitungen zu erklären und um diese noch „interessanter “ zu machen. Dass er dabei nicht offenlegt, dass er seinen Kommentar nicht nur in einer seiner Zeitungen hat publizieren lassen, nährt den Verdacht, dass er seine konzertierte Aktion nicht offen legen möchte.

Man darf gespannt sein, ob Ippen auf die an ihn direkt gerichte E-Mail vom 04.08.2013 und zu den dort gestellten Fragen hinsichtlich seiner geschäftlichen Verflechtungen mit dem Bauernverband und etlichen seiner Funktionäre offen und ehrlich antwortet. Auch die Tatsache, dass er selbst (Mit-) Besitzer eines Großagrarbetriebes ist, hat mehr als ein Geschmäckle.

Interessant am Rande ist noch, dass ein Teil seines Kommentars verdächtig nahe an einem Artikel der Tageszeitung DIE WELT vom 02.08.2013 sind. Zufall? Abgestimmte Aktion? Oder schlicht nur abgeschrieben?

Mittlerweile gibt es erste empörte Reaktionen auf die Vorgehensweise des Dr. Ippen:

Es wird sicherlich viele Leserreaktionen geben. Man darf sehr gespannt sein, wie die Redaktion mit der Kritik an ihrem Verleger umgehen und ob sie diese veröffentlichen.

Ja, Dr. Ippen hat „geantwortet“: mit E-Mail vom 05.08.2013.

Dazu wurde im mit E-Mail vom 07.08.2013 nochmals ausführlich geantwortet.

Übrigens: Eine der Zeitungen an der Dr. Ippen bzw. seine Gruppe beteiligt ist, hat eine Rüge des Deutschen Presserats bekommen. Man will nicht hoffen, dass dieser Stil repräsentativ für alle Zeitungen der Ippen-Gruppe ist.

 

 

Landvolk gibt Geld an Lobby-Firma für „Konzept“ zur Beschäftigung osteuropäischer Arbeitnehmer

Die Höhe erstaunt denn doch: 2,4 Millionen Euro soll der ehemalige Kreisvorsitzende des Landvolks Grafschaft Diepholz, Lothar Lampe, veruntreut haben.

Dass er – wie berichtet wird – unter anderem einer Stiftung eine Spende über 100.000 € zukommen ließ, die seiner Tochter ein Stipendium  spendierte, hat schon ein arges Geschmäckle.

Dass der amtierende Landvolk-Kreisverbandsvorstand den offensichtlichen Rechts- und Vertrauensbruch eher lautlos erledigen wollte, spricht gegen die so häufig verkündete Transparenz des Landvolks. Wenn man schon in den eigenen Reihen diese nicht bereit ist an den Tag zu legen, glaubt doch niemand mehr außerhalb, dass es das Landvolk ernst mit der Offenheit meint.

Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht, dass der Landvolk-Funktionär Lampe einen erheblichen Betrag der SinD GmbH – einer privaten Firma  des Gesamtverbandes der Deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände – zugeschustert haben soll, ist allein für sich schon ein Skandal.

Dass mit diesem Geld aber ein Konzept zur Beschäftigung osteuropäischer Arbeitnehmer erarbeitet werden soll, beweist u.a. die Ansicht vieler Gegner der Agrarindustrie, dass die Verflechtungen zwischen Landvolk und Agrarindustrie und Agrarindustrielobby (wie eben die SinD GmbH) ganz erheblich sind.

Übrigens: die Sind Gmbh ist an gleicher Adresse erreichbar wie der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) und der  Verband der Landwirtschaftskam-mern e.V. – dem u.a. die öffentlich-rechtliche Landwirtschaftskam-mer Niedersachsen angehört. An deren Hauptsitz in Oldenburg hat übrigens der Nieder-sächsische Geflügelwirtschaftsverband (NGW) ebenfalls sein Büro  (bis letztes Jahr teilte man sich sogar eine Fax-Nummer). Dessen Vorsitzender, Hoffrogge, lässt sein Amt wegen einer staatsanwaltlichen Ermittlung gegen ihn ruhen. Ob dies alles Zufall ist oder Teil des Systems Agrarindustrie?

„Nur mal eben so“ sind 2.400.000 Euro veruntreut worden. Dies  bestärkt viele Menschen in unserem Land, dass dieser Mentalität der Kumpanei, Spezl´n-Wirtschaft, Amigo-Verbindungen endlich ein Ende gesetzt werden muss.

Dem Chefredakteur der Kreiszeitung (nicht unbedingt bekannt als Spitze der Unterstützer der Agrarindustriegegner) kann man nur beipflichten, wenn er schreibt:   „Die ganze ‚Angelegenheit“ stinkt gewaltig“. Und man möchte hinzufügen: sie gehört restlos aufgeklärt.