Pressemitteilung AbL: AbL ruft Steinbrück zur Absage an SPD-Agrarindustrie-Connection auf

Pressemitteilung
AbL ruft Steinbrück zur Absage an SPD-Agrarindustrie-Connection auf

Klaus Wiesehügel als „Genosse der Agrarindustrie-Bosse“ weiter im SPD-Kompetenzteam?
Proteststurm auch innerhalb der SPD    

Eine weitere massive Verringerung der Wahlchancen der SPD erwartet die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) als Folge des Eintretens von Klaus Wiesehügel, Mitglied des Kompetenzteams von Kanzlerkandidat Steinbrück, für noch mehr agrarindustrielle Tierhaltungsanlagen, eine „großstrukturierte Landwirtschaft“ mit immer mehr Lohnarbeitskräften und weniger Bauern und sogar für den Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren in die Landwirtschaft. Gleichzeitig begrüsste die AbL den Proteststurm außerhalb und innerhalb der SPD gegen diesen neuerlichen Versuch einer alten innerparteilichen „Agrarindustrie-Connection“, gemeinsam mit Agrarindustrielobby und Bauernverbandsspitze die Beschlüsse der Partei gegen Massentierhaltung und gegen den Bau gewerblicher Tierfabriken zurückzudrehen. Zu dieser „Connection“ gehörten viele ostdeutsche SPD-Landespolitiker rund um Till Backhaus, die seit der Wende bis heute die Privilegien und Subventionen agrarindustrieller LPG-Nachfolgebetriebe stützten und den Einstieg von riesigen Tierhaltungskonzernen begünstigten. Hierzu gehörten leider auch einige SPDler aus den Intensivhaltungsregionen, aus den Gewerkschaftsbereichen der Schlacht- oder Gentechnik-Konzerne und aus der agrarindustrienahen Tierärzteschaft.

Der AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann bezeichnete Wiesehügel als „Genosse der Agrarindustrie-Bosse“. Wiesehügel habe anlässlich seines Rücktritts als Vorsitzender der Agrargewerkschaft IG BAU schon eine verheerende Bewertung aus Kreisen seiner Gewerkschaftsekretäre erhalten – auch hinsichtlich der Entlohnung der im Agrarbereich tätigen Arbeitnehmer. Jetzt habe Wiesehügel offenbar das abstruse Ziel, durch die Förderung neuer Agrarindustrie-Konzerne eine größere Zahl von Lohnarbeitern und möglichen Gewerkschaftsmitgliedern zu schaffen. Dies gehe nicht nur zynisch an der prekären Lage der in diesen Bereichen zumeist tätigen Leih- und Werkvertragsarbeiter vorbei, sondern vor allem auch an der breiten gesellschaftlichen Bewegung „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.

Die AbL rief SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück auf, die Fehler seines Vorgängers Steinmeier nicht zu wiederholen, der vor 4 Jahren den ostdeutschen Bauernverbands-Spitzenfunktionär und Agrarindustriellen Udo Folgart in sein Kompetenzteam berufen hatte und der jüngst noch beim Bauernverband die ostdeutschen Agrarindustrie-Betriebe schöngeredet habe. Auch Steinbrücks agrarpolitischer Erst-Auftritt bei der Grünen Woche im Januar mit Backhaus sei bereits ein fatales Signal gewesen an die gleichzeitig draußen für eine Agrarwende demonstrierenden 25.000 Menschen. Wie man mit einer bürgerorientierten Agrarpolitik Wahlen gewinnen könne, so die AbL, könne Steinbrück am Beispiel Niedersachsens sehen, wo SPD und Grüne in ihrer Koalition gemeinsam eine „sanfte Agrarwende“ zugunsten von Bauern, Verbrauchern, Tieren, Umwelt und ländlichen Räume begonnen hätten.

3.115 Zeichen   –   03.09.2013

Hier weiterführende Informationen über Klaus Wiesehügel.