Wortprotokoll zum Schlachthofneubau WIESENHOF in Wietzen – unabhängige Gutachten notwendig

Zu dem Antrag für den geplanten Neubau eines Geflügelschlachthofs der Firma WIESENHOF in Wietzen (Landkreis Nienburg) fand am 27.11.2012 in Nienburg ein öffentlicher Erörterungstermin (EÖT) statt.

Dazu liegt jetzt das Wortprotokoll auf 132 Seiten vor.

Es wird dem aufmerksamen Leser dieses Protokolls nicht verborgen bleiben, dass gerade bei den Themen Wasser, Verkehr, Lärmemissionen, UVP-Prüfung, Tierärztliche Kontrolle sowie einigen anderen Punkten doch erhebliche Widersprüche und Ungereimtheiten zu Tage gefördert worden sind.

Durch die anwesenden Personen, die Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben haben, wurde deutlich, dass wieder die betroffenen Bürger die Behörden auf diese Problematiken hinweisen mussten.

Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover scheint jetzt innerhalb der nächsten 8 Wochen einen Genehmigungsbescheid zu erlassen. Unabhängig davon, ob und wann der Landkreis Nienburg in dem getrennten Verfahren zur Wasserentnahme, eine Entscheidung fällt. Dies  mag juristisch eventuell in Ordnung sein. Im Sinne der betroffenen Menschen und der Natur ist dies bestimmt nicht.

Auch zu den Problemen des Straßenverkehrs und den Lärmemissionen gibt Erklärungsbedarf, weil vom Antragsteller WIESENHOF bezahlte und vorgelegte Gutachten augenscheinlich als Entscheidungsgrundlage vom Gewerbeaufsichtsamt benutzt werden.

Hierzu gab es im Erörterungstermin und auch in den vielen Einwendungen (weit über 700!!!) Anträge wirklich neutrale Gutachten einzuholen. Der EÖT zumindest hat nachdrücklich belegt – und jede/r kann dies im Wortprotokoll nachlesen – wie unsicher die so genannten Experten von Behördenseite zu etlichen Punkten agierten und bestimmte Widersprüche in den Gutachten anscheinend nicht erkannt haben.

Von daher muss gefordert werden, dass die Genehmigungsbehörde tatsächlich (vom Antragsteller) unabhängige Gutachter und Gutachten zur Basis für ihre Entscheidung macht.