>>Bauernhöfe statt Agrarfabriken<< - Die Erfolgsschichte eines zivilgesellschaftlichen Netzwerks

In seinem Beitrag  mit dem Titel „>> Bauernhöfe statt Agrarfabriken<< – Die Erfolgsgeschichte eines zivilgesellschaftlichen Netzwerks“ zum „Kritischen Agrarbericht (KAB) 2014“ berichtet der Koordinator des bundesweiten Netzwerks von Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Eckehard Niemann von den Erfolgen des erst seit knapp 5 Jahren bestehenden Netzwerks.

Pressemitteilung AbL 19.12.2013: Prüfung von Berufsverbot für Schweine-Agrarindustriellen Straathof gefordert

Pressemitteilung
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Angesichts immer neuer Vorwürfe, Ermittlungen und behördlicher Maßnahmen gegen den agrarindustriellen Straathof-Schweinekonzern fordert der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) im Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, Eckehard Niemann, von den verantwortlichen Politikern die Prüfung eines Berufsverbots gegen den Tierfabrikanten Adriaan Straathof. Sollten sich die aktuellen Vorwürfe hinsichtlich einer illegalen Tötung von Ferkeln in einer Straathof-Anlage bewahrheiten und sich zudem neuerliche Hinweise auf eine mögliche Verbindung Straathofs zu verwesten Schweinen in der Gülle einer Sauenanlage in Groß Kelle bestätigen, müsse auch Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Backhaus endlich Konsequenzen an die Stelle von Ankündigungen setzen. Die AbL hatte zuvor bereits die Politik und die zuständigen Behörden Sachsen-Anhalts aufgefordert, mit allen gesetzlichen Mitteln gegen Gesetzesbrüche des Agrarindustriellen Adriaan Straathof vorzugehen. Es sei zudem für viele Bauern unerträglich, wenn Gliederungen des Bauernverbands den Bau von Straathof-Tierfabriken schönredeten.

 

Straathof, der in Holland und in Ostdeutschland offiziell schon zehn Agrarfabriken mit mehr als 40.000 Sauen betreibe, werde an vielen Orten massiv kritisiert wegen Durchsetzung seiner Ziele unter Missachtung bau-, umwelt- und tierschutzrelevanter Vorschriften. In Holland hätten die Behörden Straathof nach massiven Auseinandersetzungen zur Beendigung der Überbelegung seiner Ställe zwingen müssen. Bei Straathofs Sauenanlagen-Bau im vorpommerschen Alt-Tellin klagte der Sprecher des Landkreises laut Nordkurier, Straathof halte sich „so gut wie nicht an Vorschriften“ und „verstoße immer wieder gegen Auflagen“ – trotz aller Straf- und Zwangsgelder. Und in Binde (bei Salzwedel) habe Straathof seine Sauenanlage mit 30.000 Tieren bereits vor Jahren durch ungenehmigte Stallgebäude und eine Biogasanlage erweitert.

 

An allen Standorten der Straathof´schen Tierfabriken gibt es laut AbL andauernde und massive Proteste. Auf Drängen der durch den Gestank der Anlage belasteten Bürger in Binde habe schließlich das Landesverwaltungsamt reagiert und die Nutzung der Schwarzbauten untersagt. Nachdem Straathof eineinhalb Jahre verstreichen ließ und nicht einmal einen nachträglichen Bauantrag zur Legalisierung der Zusatzbauten einreichte, habe das Amt nunmehr die Nutzungsuntersagung verfügt und plane die sukzessive Stillegung der gesamten Anlage. Dies würde bedeuten, dass die Sauen nicht mehr belegt und nach und nach verkauft bzw. umgestallt werden. Auch dagegen klage Straathof, offenbar in der Hoffnung auf eine weitere aufschiebende Wirkung.

 

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann verwies darauf, dass Straathof und viele andere Agrarindustrielle lange Jahre durch zuständige Politiker angelockt und unterstützt worden seien. Erst unter dem Druck einer wachsenden Bürgerbewegung beginne man nun endlich, dem weiteren Vordringen der Agrarindustrie zögerlich erste Grenzen zu setzen. Dies sei seit langem überfällig, weil die agrarindustrielle Tierhaltung nicht nur Lebensqualität, Gesundheit und Immobilienwerte der Anwohner, sondern ganze Regionen und den Tourismus massiv beeinträchtige. Mittelständisch-bäuerliche Existenzen würden dadurch verdrängt, so dass in absehbarer Zeit ähnliche Konzernstrukturen wie in der Geflügelhaltung drohten. Schließlich berichteten Berater und Bürgerinitiaven bereits jetzt davon, dass ein Großteil der Schweine in versteckter Lohnmast gehalten werde und dass hinter etlichen Agrarindustriellen bereits Futtermittel- oder Genetikkonzernen ständen.

 

Das Motto der mittlerweile 250 Bürgerinitiaven und Verbände im bundesweiten Netzwerk „Bauernhöfe statt Agarfabriken“ gilt es laut AbL jetzt durchzusetzen: durch ein Verbot sämtlicher Agrarfabriken über eine weitere Novelle des Bundesbaugesetzbuchs, durch die Umsetzung von EU-Tierschutz-Vorschriften, durch Aktivitäten nach dem Vorbild des Niedersächsischen Tierschutzplans und durch ein Umbauprogramm auf eine artgerechtere, antibiotikafreie und flächengebundene Tierhaltung. „Die bisherige agrarindustriefreundliche Politik von Landesregierungen, Genehmigungs- und Kontrollbehörden muss jetzt endlich ein Ende haben“, so AbL-Sprecher Niemann, „Straathof-Agrarfabriken mit gravierenden illegalen Praktiken müssen sofort stillgelegt werden!“

4.480 Zeichen  –  19.12.2013

Landesnetzwerk fordert Dialog statt falschen Behauptungen, Verunglimpfungen und Unterstellungen

Der Vorsitzende des Landvolk Niedersachsen Kreisverband Mittelweser e.V. , Dr. Hans-Christian Hanisch hat in einem Kommentar auf der Internetseite seines Vereins Aussagen gemacht, die eine Reaktion in Form eines Offenen Briefes seiten des LANDESNETZ-WERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken ausgelöst hat:

Auch die AbL Niedersachsen hat auf den Kommentar von Dr. Hanisch reagiert:

Dazu nachfolgend die Anlagen zur Mail von Eckehard Niemann an Dr. Hanisch:

Über alle Grenzen hinweg: erste multinationale Bürgerinitiative nimmt Arbeit auf

Am 11.09.2013 hat sicherlich ein denkwürdiges Ereignis stattgefunden: zum ersten Mal hat sich eine multinationale Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung gegründet.

Die Bürgerinitiative BI Ora (vom lateinischen „Ora“ = Grenze) wurde in Papenburg von Menschen aus den Niederlanden und Deutschland ins Leben gerufen.

Bei einer exzellent organisierten und gekonnt durchgeführten ersten Veranstaltung waren über 100 Menschen aus den beiden Ländern Deutschland und Niederlanden quasi Paten der neuen grenzübergreifenden Bürgerinitiativen.

In sehr gelöster und entspannter Atmosphäre, getragen vom gegenseitigen Respekt und in humorvoller Weise haben die Initiatoren um Willie Raaijmakers und Marco Bentz van den Berg aus NL-Ter Apel es verstanden, einen sehr gelungenen Auftakt der BI Ora geschaffen.

Und natürlich ist BI-Ora Teil des LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken und des bundesweiten Netzwerks. Und erste Überlegungen sind da, dass weitere grenzübergreifende Kontakte vom Norden in Richtung Süden entlang der Grenze geknüpft werden.

Denn Gerüche, Keime, Qualzucht kennen keine Grenzen!

Mehr Informationen gibt es hier:

 

 

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  • Otmar Ilchmann

    Otmar Ilchmann

    Kurze Pause mit interessanten Gesprächen - egal in welcher Sprache. man versteht sich...

    Kurze Pause mit interessanten Gesprächen – egal in welcher Sprache. man versteht sich…

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    Gertrud Stechmesser (Initiativen mit Weitsicht), Nico Falke und Michael Hettwer

    Gertrud Stechmesser (Initiativen mit Weitsicht), Nico Falke und Michael Hettwer

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    Das niederlänische Ehepaar van der Spa aus Bunde/Deutschland - waren schon bei der Gründung des Landesnetzwerks dabei.

    Das niederlänische Ehepaar van der Spa aus Bunde/Deutschland – waren schon bei der Gründung des Landesnetzwerks dabei.

    Grenzen verbindne und trennen nicht mehr :-)

    Grenzen verbinden und trennen nicht mehr 🙂

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    Binnert Blom bei seinem tollen Vortrag über Ethik

    Binnert Blom bei seinem tollen Vortrag über Ethik

    Vortrag in 2 Sprachen Willie Raijmakers / Helmut Seidemann

    Vortrag in 2 Sprachen:
    Willie Raaijmakers / Helmut Seidemann

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    Die Abordnung von Bündnis MUT aus Großenkneten

    Die Abordnung von Bündnis MUT aus Großenkneten – v.l.n.r.: Wilfried Papenhusen, Jürgen Oppermann, Christina Poppa, Margret Ripke, Dieter Ahlves

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    Moderator Marco Bentz van den Berg

    Moderator Marco Bentz van den Berg

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Pressemitteilung AbL: AbL ruft Steinbrück zur Absage an SPD-Agrarindustrie-Connection auf

Pressemitteilung
AbL ruft Steinbrück zur Absage an SPD-Agrarindustrie-Connection auf

Klaus Wiesehügel als „Genosse der Agrarindustrie-Bosse“ weiter im SPD-Kompetenzteam?
Proteststurm auch innerhalb der SPD    

Eine weitere massive Verringerung der Wahlchancen der SPD erwartet die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) als Folge des Eintretens von Klaus Wiesehügel, Mitglied des Kompetenzteams von Kanzlerkandidat Steinbrück, für noch mehr agrarindustrielle Tierhaltungsanlagen, eine „großstrukturierte Landwirtschaft“ mit immer mehr Lohnarbeitskräften und weniger Bauern und sogar für den Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren in die Landwirtschaft. Gleichzeitig begrüsste die AbL den Proteststurm außerhalb und innerhalb der SPD gegen diesen neuerlichen Versuch einer alten innerparteilichen „Agrarindustrie-Connection“, gemeinsam mit Agrarindustrielobby und Bauernverbandsspitze die Beschlüsse der Partei gegen Massentierhaltung und gegen den Bau gewerblicher Tierfabriken zurückzudrehen. Zu dieser „Connection“ gehörten viele ostdeutsche SPD-Landespolitiker rund um Till Backhaus, die seit der Wende bis heute die Privilegien und Subventionen agrarindustrieller LPG-Nachfolgebetriebe stützten und den Einstieg von riesigen Tierhaltungskonzernen begünstigten. Hierzu gehörten leider auch einige SPDler aus den Intensivhaltungsregionen, aus den Gewerkschaftsbereichen der Schlacht- oder Gentechnik-Konzerne und aus der agrarindustrienahen Tierärzteschaft.

Der AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann bezeichnete Wiesehügel als „Genosse der Agrarindustrie-Bosse“. Wiesehügel habe anlässlich seines Rücktritts als Vorsitzender der Agrargewerkschaft IG BAU schon eine verheerende Bewertung aus Kreisen seiner Gewerkschaftsekretäre erhalten – auch hinsichtlich der Entlohnung der im Agrarbereich tätigen Arbeitnehmer. Jetzt habe Wiesehügel offenbar das abstruse Ziel, durch die Förderung neuer Agrarindustrie-Konzerne eine größere Zahl von Lohnarbeitern und möglichen Gewerkschaftsmitgliedern zu schaffen. Dies gehe nicht nur zynisch an der prekären Lage der in diesen Bereichen zumeist tätigen Leih- und Werkvertragsarbeiter vorbei, sondern vor allem auch an der breiten gesellschaftlichen Bewegung „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.

Die AbL rief SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück auf, die Fehler seines Vorgängers Steinmeier nicht zu wiederholen, der vor 4 Jahren den ostdeutschen Bauernverbands-Spitzenfunktionär und Agrarindustriellen Udo Folgart in sein Kompetenzteam berufen hatte und der jüngst noch beim Bauernverband die ostdeutschen Agrarindustrie-Betriebe schöngeredet habe. Auch Steinbrücks agrarpolitischer Erst-Auftritt bei der Grünen Woche im Januar mit Backhaus sei bereits ein fatales Signal gewesen an die gleichzeitig draußen für eine Agrarwende demonstrierenden 25.000 Menschen. Wie man mit einer bürgerorientierten Agrarpolitik Wahlen gewinnen könne, so die AbL, könne Steinbrück am Beispiel Niedersachsens sehen, wo SPD und Grüne in ihrer Koalition gemeinsam eine „sanfte Agrarwende“ zugunsten von Bauern, Verbrauchern, Tieren, Umwelt und ländlichen Räume begonnen hätten.

3.115 Zeichen   –   03.09.2013

Hier weiterführende Informationen über Klaus Wiesehügel.