Das Landesnetzwerk trauert um Jürgen Oppermann

Das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken trauert um

                                                J ü r g e n  O p p e r m a n n                                                                                                    13.04.1944 –  25.01.2015

Jürgen Oppermann war Mitbegründer unseres Netzwerks, Vorstandsmitglied bei Bündnis MUT und der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) und hat sich unermüdlich für unsere Umwelt und die Tiere eingesetzt.

Mit Jürgen Oppermann verlieren wir einen absolut verlässlichen und engagierten Mitstreiter für unsere Sache – er war ein Freund der Natur, der Tiere und der Menschen.

Jürgen, wir werden in Deinem Sinn weiterkämpfen und Dich so nie vergessen.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin Christel, seiner Familie und allen Freunden und Bekannten.

Zum Kondolenzbuch von Jürgen Oppermann geht es HIER

 

 

Landnetzwerk erfolgreich in Lohne

Das Landesnetzwerk Niedersachsen hat am Samstag, 22.11.2014 in „der Höhle des Löwen“ im südoldenburgischen Städtchen Lohne – in und um diese Region ist u.a. das Zentrum der Agrarindustriellen Tiermast und Fleischverarbeitung angesiedelt – in einer kurzfristig und spontan geplanten Aktion viel Aufmerksamkeit und Erfolg erzielt.

Es geht um die Erweiterung des Geflügelschlachthof der Fa. WIESENHOF in Lohne, die die eine Erhöhung der derzeitigen Schlachtkapazität von jetzt 320.000 Tieren/Tag um 112.000 Tiere/Tag auf 432.000 Tiere/Tag beantragt hat.

In Wietzen (Landkreis Nienburg) wurde vor gut 2 Jahren von WIESENHOF ein Neubau (bei gleichzeitiger Schließung des Altbetriebes dort) beantragt. Dort ergibt sich  eine Erhöhung um 110.000 Tieren/Tag. In Wietzen haben wir damals den Widerstand mit gut 900 Einwendungen organisiert. Und es gibt keine Genehmigung bisher!

Zusammen würden mit den neuen Schlachtkapazitäten in Wietzen und in Lohne eine Gesamtzahl von kanpp 70.000.000 Hühnern pro Jahr bedeuten- Für die Zusatzmenge von 222.000 Tieren/Tag wären weitere Neubauten von 230 Mastanlagen á 40.000 Hühner nötig.

Die drei vom Landesnetzwerk beteiligten Aktiven, Wilfried Papenhusen (Bündnis MUT/Großenkneten), Ulirch Schulze (proM.U.T. Springe e.V.) und Michael Hettwer (BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V., Barsinghausen-Groß Munzel), die alle auch dem Sprecherkreise des Landesnetzwerk angehören, waren positiv erstaunt, über die Vielzahl der Menschen, die unbedingt eine Einwendung unterschreiben wllten (zeitweise gab es richtige Schlangen) und sich vehement gegen die ausufernde Agrarindustrie aussprachen. Darunter ehemalige WIESENHOF-Mitarbeiter und Verwandte von dort noch tätigen Mitarbeitern. Einige haarsträubende Informationen über die Zustände wurden übermittelt.

Zu der Aktion in Lohne hat das Landesnetzwerk Niedersachsen heute (23.11.2014) die folgende Medieninformation veröffentlicht:

Hier noch einige Fotos:

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Die Oldenburger Volkszeitung berichtete am 21.11.2014 von 200 Einwendungen aus Lohne die vor allem wegen des zunehmenden LKW-Verkehrs erhoben wurden:

 

 

Bürgerproteste im Fernsehen: „Hallo Niedersachsen“ berichtet im NDR und REPORT München in der ARD

Das NDR-Fernsehen berichtet in der regionlane Nachrichtensendung „Hallo Niedersachsen“ in einer Wochenserie unter dem  Titel „Wutbürger und Bürgerprotest“ über die Protestkultur in Niedersachsen,

Bundesweit berichtete REPORT MÜNCHEN für die ARD am 11.11.2014  unter dem Titel „Belastetes Trinkwasser, beißender Gestank – Bürgerproteste gegen neue Tiermastanlagen“  über den Widerstand der Bürger gegen die Agrarindustrie.

Hier die Beiträge von NDR und ARD:

Und ab 20.11.2014 startet die renommierte Wochenzeitschrift DIE ZEIT eine 4-teilige Serie über Agrarindustrie und den Widerstand dagegen im Wirtschaftsteil unter dem Titel „Tödliche Keime“.

Bündnis MUT deckt Gesetzeslücken auf

Bündnis MUT – Mitglied im Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken – hat vergangene Woche auf potentielle Gesetzeslücken beim Immissionsschutzrecht aufgedeckt.

Der NDR hat darüber am 27.03.2014 in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ berichtet.

Es ist schon sehr bezeichnend, wenn die Bürger die Fachleute – auch in den Ministerien – auf Ungereimtheiten und Lücken in den Gesetzen hinweisen müssen. Wer ersetzt eigentlich diesen ehrenamtlich tätigen Aktiven ihre Aufwendungen?

Dass die Vorwürfe von Bündnis MUT fundiert sind zeigt sich hier.

Dubiose Genehmigungspraxis im Landkreis Oldenburg- Jetzt erst Recht? Setzt der Landkreis Oldenburg dass FFH-Recht außer Kraft?

Nachdem bereits in jüngster Vergangenheit der Landkreis Oldenburg (Oldbg.) unter anderem wegen mangelhafter Prüfung der oftmals fehlerhaften Immissionsgutachten wegen seiner Genehmigungspraxis in der Kritik stand, scheint die Verwaltung des Landkreises Oldenburg nun dass FFH-Recht außer Kraft setzen zu wollen.

Ein weiteres Mal soll offenbar ein gewerblicher Hähnchenmaststall zu Lasten der An-wohner und der Umwelt durchgeboxt werden. Um eine Beteiligung von Anwohnern und Umweltverbänden zu umgehen, wurde die Tierzahl herunter und die Tiermasse heraufgesetzt.

Bei dem konkreten Fall in Amelhausen, Gemeinde Großenkneten, vertritt die Landkreis-verwaltung die Auffassung, dass das gewerbliche Vorhaben priviligiert ist und die Immissionsrechtlichen Vorgaben einhält.

Dabei liegt das Plangebiet in Hauptwindrichtung zu einem bereits stark mit Stickstoffein-rägen überdüngten Flora-Fauna Habitat (FFH). Diese Schutzgebiete unterliegen einem gesetzlich verankerten Verschlechterungsverbot. Ein FFH Gebiet, dass seltene, stickstoff-empfindliche Vegetation beherbergt, ist daher vor zusätzlichen Stickstoffeinträgen aus der Luft zu schützen.

Laut aktueller Rechtsprechung darf ein Vorhaben dennoch max. 3 % der für das Gebiet maximal verträglichen Stickstoffbelastung (Critical Load, kurz CL) zusätzlich in das Schutzgebiet einbringen.
Beispiel: Die kritische Stickstoff-Schwelle (also der Critical Load=CL) für eine streng ge-     schützte Vegetationsart liegt bei 10 kg pro Hektar, ist aber bereits weit überschritten           (Poggenpohlsmoor: ca. 30 kg pro Hektar!). Ein geplantes Vorhaben darf dann 3% des         CL, also weitere 300 Gramm Stickstoff eintragen.

Aber: Gestützt durch aktuelle Gerichtsurteile weisen einschlägige Kommentierungen zum Naturschutz darauf hin, dass gleichartige Belastungen aus anderen Quellen zu berück-sichtigen sind!

Stickstoffeinträge aus bereits vorhandenen Tierhaltungsanlagen müssen also hinzu-gezählt werden.

Trotzdem vertreten die Landwirtschaftskammer (im Auftrag des Antragstellers!) und der Landkreis die Auffassung, dass jedem einzelnen Vorhaben eine Irrelevanzschwelle zuzugestehen ist. Die logische Konsequenz: Jedes Vorhaben für sich hält die Schwelle ein, aber die

Summe und damit die Belastung auf das FFH-Gebiet wächst mit jedem weiteren Stall!

Hinzukommt, dass durch die Antragsänderung auf unter 30.000 Plätze das Verfahren nun nach Baurecht geführt wird, d.h. ohne Beteiligung der Umweltverbände.

Statt 39.990 Hähnchen in Kurzmast ( bis 1,5 kg) sollen nun 29.745 Hähnchen in Schwer-/Langmast (bis 2,25 kg) gemästet werden. Folge: Höhere Stickstoff- und Geruchsbelast-ungen als vorher!

Weniger große Tiere ergeben hier rein zufällig den gleichen Stall, wie er dereinst bei 39.990 kleineren Tieren geplant war. Angenehmer Nebeneffekt für den Antragsteller: Umweltverbände und Anwohner müssen bei Verfahren unter 30.000 Tieren nicht beteiligt werden.

Es entsteht der Anschein, dass die Landkreisverwaltung des Landkreises Oldenburg nun gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer eine eigene Interpretation des FFH-Rechts umsetzen und damit die Genehmigungsvoraussetzung für den gewerblichen Maststall schaffen will, ohne eine gerichtliche Überprüfung fürchten zu müssen: Denn wer nicht beteiligt wird, kann auch nicht klagen!

Es steht also zu befürchten, dass die Genehmigung der ungefilterten Hähnchenmast-anlage unmittelbar bevorsteht. Und es wird nicht die letzte sein, denn es liegen zahlreiche weitere Anträge vor- einer laschen Genehmigungspraxis sei dank!

Weitere Einzelheiten zu dem Genehmigungsverfahren in Amelhausen hier:

http://www.buendnis-mut.de/amelhausen.html