Pressemitteilung AbL fordert Differenzierung zwischen Bauernhöfen und Agrarindustrie – in den Medien aber auch in den Verlautbarungen des Bauernverbands

Pressemitteilung


AbL fordert Differenzierung zwischen Bauernhöfen und Agrarindustrie
– in den Medien aber auch in den Verlautbarungen des Bauernverbands
 

 

Anlässlich einer Protestmail-Aktion des Hannoverschen „Landvolk“-Landesbauernverbands gegen Aussagen in einem Kommentar der Redakteurin der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ), Carola Boese-Fischer, ruft die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dazu auf, generell einen deutlicheren Trennungsstrich zwischen nachhaltig wirtschaftenden Höfen einerseits und agrarindustriell betriebenen Unternehmen andererseits zu ziehen. Dies gelte allerdings nicht nur für die Medien, sondern insbesondere auch für Bauernverbands-Funktionäre, die die unübersehbaren Fehlentwicklungen einer agrarindustriellen Wirtschaftsweise immer noch zu verdrängen und schönzureden versuchten – obwohl doch gerade die große Mehrheit der Landwirte dadurch unter Druck komme. Gerade letzteres habe die Hannoversche Allgemeine thematisiert.

 

In einem Satz des Kommentars der HAZ-Redakteurin werde leider fälschlicherweise und pauschal davon gesprochen, dass „die Landwirte“ (also alle Landwirte) den Äckern „das Letzte abpressen“ würden.  Es sei es wichtig und verständlich, dass nun viele konventionell und ökologisch wirtschaftende bäuerliche Betriebe auf eine Klarstellung drängten. Aus dem Kontext und aus einem weiteren Kommentar von Frau Boese-Fischer vom gleichen Tag gehe aber auch hervor, dass mit diesem missverständlichen Satz der schädliche Druck der Agrarindustrie und der agrarindustriellen Kursbestimmung der Agrarpolitik auf alle Landwirte deutlich gemacht werden sollte.

Die im Kommentar geschilderten Folgen, nämlich „durch Dünger und Pestizide ausgelaugte Böden, verseuchtes Grundwasser und ein dramatischer Rückgang der Artenvielfalt in Feld und Flur“, würden an anderer Stelle ausdrücklich „als Folgeschäden agrarindustrieller Produktionsweise“ bezogen auf „Großbetriebe, oft in der Hand von Agrarinvestoren, die den Großteil des Brüsseler Geldregens abbekommen“.  Deshalb plädiere der HAZ-Kommentar auch klar für eine gerechtere Verteilung der EU-Gelder zugunsten von „vier Fünfteln der Betriebe“, von mehr „Grün auf den Feldern“ und von „gewachsenen Kulturlandschaften“. Dagegen, so die AbL, sei eigentlich nichts einzuwenden.    

 

2.280 Zeichen    –    30.06.2013