Gegen neuen Geflügelschlachthof in Ahlhorn – Demo am 19.10.2013

Das LANDESNETZWERK NIEDERSACHSEN Bauernhöfe statt Agrarfabriken ruft in einer Pressemitteilung zur Teilnahme an der Demonstration am 19.10.2013 in Großenkneten-Ahlhorn auf und bittet die Einwohnerschaft von Großenkneten bei der Bürgerbefragung mit „Nein“ und damit gegen die Ansiedlung eines weiteren Geflügelschlachthofs zu stimmen.

Die Initiatoren und Organisatoren der Demonstration haben einen Flyer gestaltet, der an alle (!!!) Haushalte in Großenkneten verteilt wird. Unser Mitglied BÜNDNID MUT hat eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Die Kampagne „Meine Landwirtschaft“ hat Informationen zur Demo auf ihrer Internetseite publiziert.

Sicherlich sehr aufschlussreich und interessant wird die am Vortage der Demonstration stattfindende Informationsveranstaltung „Wie gefährlich ist die Hähnchenmast?“ mit Dr. med. Thomas Fein – Mitverfasser der Studie „Gesundheitsgefährdung durch Hähnchenmastanlagen der Intensivtierhaltung“ – sein.

Zu dem gesamten Thema gab es in den letzten Tagen zahlreiche Leserbriefe und Presseartikel, die nachfolgend nachzulesen sind:

Den nachfolgenden Leserbrief – und weitere – hat die NWZ bisher nicht veröffentlicht und seinen Lesern vorenthalten:

Falsche Aussagen – Schlachthofkapazitäten mehr als genug vorhanden

Die von Kreisvolkvorsitzendem und Kreislandwirt  Jürgen Seeger wiedergegebenen Aussagen, zeigen nachdrücklich, dass sich das Landvolk immer noch und weiterhin als Progandisten der Agrarindustrie gerieren. Dass er –  als Hühnermäster –  augenscheinlich nur den eigenen Profit (sofern er denn in Zukunft überhaupt  noch anfällt) vor Augen hat, zeigt die Pressemitteilung von Herrn Seeger nur allzu deutlich.

Nicht ein Wort zu den Gefahren und Belastungen, die ein weiterer Schlachthof in Ahlhorn hervorrufen werden.  Nicht ein Wort zu den Gefahren, die die Hühnermast in Massen-tierställen für die Menschen und die Umwelt in der Region bringt. Nicht ein Wort zu den Subventionen, für die auch jeder Einwohner aus Großenkneten zahlen muss.

Und wenn der Lobbyist in eigener Sache und Multifunktionär Seeger von der Möglichkeit spricht, Einfluss zu nehmen, so lässt er (bewusst?) außer Acht, dass unser politisches System eine repräsentive Demokratie ist, also von gewählten Vertretern die Entscheidungen im Einzelfall getroffen werden. Oder hat der Schwenk von Herrn Seeger – offensichtlich Arm im Arm mit den Damen Grotelüschen und Haake – zur angeblichen direkten Demokratie eher damit zu tun, dass die Mehrheitsfraktionen im Rat von Großenkneten einige unsichere Kantonisten aufweisen? Wollte man Frau  Grote-lüschen dem Risiko  eines Abstimmungsdesasters im Rat von Großenkneten kurz vor der Bundestagswahl nicht aussetzen?

Falsch sind auf jeden Fall die Aussagen von Herrn Seeger, dass Schlachtkapazitäten fehlen. Der Megaschlachthof in Wietze mit seiner Kapazität von weit über 400.000 Hühnern am Tag ist nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Er wurde übrigens mit knapp 10 Millionen € Steuergeledern gefördert. Und in Wietzen ist auch eine Verdopplung der gegenwärtigen Kapazitäten von 140.000 Tiere auf 240.000 Tiere im Antragsverfahren.   

Und dass das Landvolk jetzt plötzlich die Qualen der Tiere auf den Transportwegen erkennt, ist doch viel zu durchsichtig. Zumal wenn man sich erinnert, dass eben derselbe Jürgen Seeger noch in 2006 beklagt hat, dass für Tiertransporte ordentliche Dokumen-tationen erfolgen müssen.

Ich kann jedenfalls nur alle Einwohnerinnen und Einwohner aus Großenkneten aufrufen und herzlich bitten, am Bürgerentscheid teilzunehmen und gegen die Ansiedlung eines weiteren Schlachthofs in Ahlhorn zu stimmen. Und für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit, für den Erhalt der Umwelt, für mehr Lebensqualität und für die Zukunft unserer Kinder.“                                                                                                            Michael Hettwer, Barsinghausen – Sprecher Landesnetzwerk Niedersachsen

–> Nein statt Jain                                                                                                                   –> Nein statt Jain Rückseite 

Und dass Widerstand erfolgreich sein kann, zeigt die Rücknahme des Antrages des Landwirts Jan Bernd Stolle aus Großenkneten, der nach schriftlicher Auskunft des Landkreises Oldenburg seinen Bauantrag für eine Hühnermastfabrik mit ~ 45.000 Tieren zurückgezogen hat.