Landnetzwerk erfolgreich in Lohne

Das Landesnetzwerk Niedersachsen hat am Samstag, 22.11.2014 in „der Höhle des Löwen“ im südoldenburgischen Städtchen Lohne – in und um diese Region ist u.a. das Zentrum der Agrarindustriellen Tiermast und Fleischverarbeitung angesiedelt – in einer kurzfristig und spontan geplanten Aktion viel Aufmerksamkeit und Erfolg erzielt.

Es geht um die Erweiterung des Geflügelschlachthof der Fa. WIESENHOF in Lohne, die die eine Erhöhung der derzeitigen Schlachtkapazität von jetzt 320.000 Tieren/Tag um 112.000 Tiere/Tag auf 432.000 Tiere/Tag beantragt hat.

In Wietzen (Landkreis Nienburg) wurde vor gut 2 Jahren von WIESENHOF ein Neubau (bei gleichzeitiger Schließung des Altbetriebes dort) beantragt. Dort ergibt sich  eine Erhöhung um 110.000 Tieren/Tag. In Wietzen haben wir damals den Widerstand mit gut 900 Einwendungen organisiert. Und es gibt keine Genehmigung bisher!

Zusammen würden mit den neuen Schlachtkapazitäten in Wietzen und in Lohne eine Gesamtzahl von kanpp 70.000.000 Hühnern pro Jahr bedeuten- Für die Zusatzmenge von 222.000 Tieren/Tag wären weitere Neubauten von 230 Mastanlagen á 40.000 Hühner nötig.

Die drei vom Landesnetzwerk beteiligten Aktiven, Wilfried Papenhusen (Bündnis MUT/Großenkneten), Ulirch Schulze (proM.U.T. Springe e.V.) und Michael Hettwer (BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V., Barsinghausen-Groß Munzel), die alle auch dem Sprecherkreise des Landesnetzwerk angehören, waren positiv erstaunt, über die Vielzahl der Menschen, die unbedingt eine Einwendung unterschreiben wllten (zeitweise gab es richtige Schlangen) und sich vehement gegen die ausufernde Agrarindustrie aussprachen. Darunter ehemalige WIESENHOF-Mitarbeiter und Verwandte von dort noch tätigen Mitarbeitern. Einige haarsträubende Informationen über die Zustände wurden übermittelt.

Zu der Aktion in Lohne hat das Landesnetzwerk Niedersachsen heute (23.11.2014) die folgende Medieninformation veröffentlicht:

Hier noch einige Fotos:

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Die Oldenburger Volkszeitung berichtete am 21.11.2014 von 200 Einwendungen aus Lohne die vor allem wegen des zunehmenden LKW-Verkehrs erhoben wurden:

 

 

Bürgerproteste im Fernsehen: „Hallo Niedersachsen“ berichtet im NDR und REPORT München in der ARD

Das NDR-Fernsehen berichtet in der regionlane Nachrichtensendung „Hallo Niedersachsen“ in einer Wochenserie unter dem  Titel „Wutbürger und Bürgerprotest“ über die Protestkultur in Niedersachsen,

Bundesweit berichtete REPORT MÜNCHEN für die ARD am 11.11.2014  unter dem Titel „Belastetes Trinkwasser, beißender Gestank – Bürgerproteste gegen neue Tiermastanlagen“  über den Widerstand der Bürger gegen die Agrarindustrie.

Hier die Beiträge von NDR und ARD:

Und ab 20.11.2014 startet die renommierte Wochenzeitschrift DIE ZEIT eine 4-teilige Serie über Agrarindustrie und den Widerstand dagegen im Wirtschaftsteil unter dem Titel „Tödliche Keime“.

Agrarminister Friedrich zurückgetreten – Ein Kommentar von Michael Hettwer

Die erst seit kurzer Zeit im Amt befindliche Bundesregierung hat ihren ersten Minister  verloren: Bundesagrarminister Friedrich (CSU) ist heute (14.02.2014) zurückgetreten.

Damit übernimmt Friedrich die Verantwortung für die Indiskretionen (und damit einhergehenden möglichen strafrechtlichen Verfehlungen) im Fall des zurückgetretenen Bundestagsabgeordneten Edathy (SPD).

Somit ist die Position an der Spitze des Bundeslandwirtschaftsministeriums neu zu besetzen. Dabei kann man nur an die verantwortlichen Politiker innerhalb der schwarz-roten Koalition appellieren, eine fachlich mit den Fragen und Problemen der Landwirtschaft vertraute Person mit der Führung des Agrarministeriums zu betrauen.

Zu hoffen und eindringlich zu fordern ist, dass der/die neue Landwirtschaftsminister/in keine Nähe zur Agrarindustrie und ihren Lobbyisten – insbesondere auch zum Deutschen Bauernverband (DBV) – hat und sich bewußt ist, dass eine weitere Ausweitung der Agroindustrie und der nachgelagerten Ernährungsindustrie weitere Risiken und Gefahren der Gesundheit der Menschen mit sich bringen wird, zu Lasten unserer Umwelt geht und nicht zuletzt auch weiteres Leid für die Tiere bedeuten wird.

Zu fordern ist, dass eine Agrarpolitik zur intensiven Förderung einer bäuerlich strukturierten Landwirtschaft gemacht wird und die Subventionen für die Agroindustrie massiv zurückgefahren werden.

Den Bürgerinnen und Bürgern wird ein weiteres Mal vorgeführt, wie es um die Redlichkeit in der Politik bestellt ist.

 

Falsche Bio-Eier, Pferdefleisch in der Lasagne, Antibiotika im Hühnerfleisch und Dioxin in Eiern – Das System der Agrarindustrie – ein Kommentar von Michael Hettwer

Seit Jahren wird die Öffentlichkeit immer  wieder von Skandalen aus dem Bereich der Agrar- und Lebensmittelindustrie schockiert.

Gammelfleisch, Ekelfisch, Antibiotika in der Tiermast, Dioxin-Eier, Pferdefleisch in Pasta (und wo sonst noch?), „Billig“-Mitarbeiter unter Sklaven ähnlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, Qualzucht, mafiöse Strukturen im Umfeld, Verflechtungen zwischen Agrarindustrie und deren Lobbyisten zu Politik und öffentlich-rechtlichen Anstalten  – die Liste der Skandale und offensichtlicher Rechtsbrüche im Bereich der Agrar- und Lebensmittelindustrie ließe sich beliebig fortsetzen. Jetzt eben Betrug mit Bio-Eiern.

Es zeigt sich (leider) beeindruckend, wie ein über Jahrzehnte aufgebautes und gepflegtes Geflecht  bestimmter Politiker, Funktionären sogenannter Standesorganisationen, Agrar- und Lebensmittelindustrien dazu beigetragen haben, dass  sich Profitgier immer mehr zu Lasten von Recht, Moral, Gesundheit der Verbraucher, bäuerlich strukturierten Familienbetrieben, unserer Umwelt und nicht zuletzt auch der Tiere  durchgesetzt haben.

Und dass dabei auch noch alle Steuerzahler jedes Jahr zig Milliarden Euro als Subventionen für ein von Grund auf überholungsbedürftiges System zahlen, ist ein weiterer Skandal in den vielen Skandalen.

Dieses „immer mehr“, „immer billiger“ oder „wachsen oder weichen“ führt jetzt aber zu einer einschneidenden Veränderung in unserer Gesellschaft: immer mehr Verbraucher haben das Vertrauen in die in anonymen Märkten verramschten „Lebens-“ (?)mittel verloren und wenden sich immer häufiger alternativen Bezugsquellen zu. Und sie verändern ihr Konsumverhalten – gerade beim Fleisch.

Den Machenschaften einer kleinen geld- und machtgierigen Clique gehört ein Riegel vorgeschoben.

Das Durchstechen, Betrügen, Täuschen und Tricksen muss ein für alle mal ein Ende haben.

Hohe Strafen und die Androhung zur Schließung der gegen das Recht verstoßenden Betriebe muss zum Schutz der Menschen,der Umwelt und der Tiere endlich durchgesetzt werden.

 

 

„Je größer der Stall, desto höher die Antibiotika-Dosis“ – erschreckender Konzentrationsprozess in der Massentierhaltung

In einem Artikel der Berliner Morgenpost vom 16.12.2012 beschreibt ein Tierarzt von einem neuen Schachzug der Agrarindustrie: Tierärzte, die sich gegen die massive Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung stellen, werden durch Großtierarztpraxen ausgebootet. Sie scheinen nicht so viel kritische Fragen zu stellen und geben darüber hinaus dem Tiermäster große Mengen Antibiotika scheinbar ohne Kontrolle zur beliebigen Verfügung.

Fast unglaublich ist die Aussage, dass etwa 90 % aller Masthühner und Mastputen von nur noch 15 bis 25 (fünfzehn bis fünfundzwanzig) Großtierarztpraxen betreut werden!

In diesem Zusammenhang die Pressemitteilung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums vom 18.12.2012 und ein Bericht über das Ergebnis einer Studie zum Einsatz von Antibiotika in der Putenmast in Mecklenburg-Vorpommern.