Landvolk gibt Geld an Lobby-Firma für „Konzept“ zur Beschäftigung osteuropäischer Arbeitnehmer

Die Höhe erstaunt denn doch: 2,4 Millionen Euro soll der ehemalige Kreisvorsitzende des Landvolks Grafschaft Diepholz, Lothar Lampe, veruntreut haben.

Dass er – wie berichtet wird – unter anderem einer Stiftung eine Spende über 100.000 € zukommen ließ, die seiner Tochter ein Stipendium  spendierte, hat schon ein arges Geschmäckle.

Dass der amtierende Landvolk-Kreisverbandsvorstand den offensichtlichen Rechts- und Vertrauensbruch eher lautlos erledigen wollte, spricht gegen die so häufig verkündete Transparenz des Landvolks. Wenn man schon in den eigenen Reihen diese nicht bereit ist an den Tag zu legen, glaubt doch niemand mehr außerhalb, dass es das Landvolk ernst mit der Offenheit meint.

Sehr bemerkenswert ist auch der Bericht, dass der Landvolk-Funktionär Lampe einen erheblichen Betrag der SinD GmbH – einer privaten Firma  des Gesamtverbandes der Deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände – zugeschustert haben soll, ist allein für sich schon ein Skandal.

Dass mit diesem Geld aber ein Konzept zur Beschäftigung osteuropäischer Arbeitnehmer erarbeitet werden soll, beweist u.a. die Ansicht vieler Gegner der Agrarindustrie, dass die Verflechtungen zwischen Landvolk und Agrarindustrie und Agrarindustrielobby (wie eben die SinD GmbH) ganz erheblich sind.

Übrigens: die Sind Gmbh ist an gleicher Adresse erreichbar wie der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. (ZDG) und der  Verband der Landwirtschaftskam-mern e.V. – dem u.a. die öffentlich-rechtliche Landwirtschaftskam-mer Niedersachsen angehört. An deren Hauptsitz in Oldenburg hat übrigens der Nieder-sächsische Geflügelwirtschaftsverband (NGW) ebenfalls sein Büro  (bis letztes Jahr teilte man sich sogar eine Fax-Nummer). Dessen Vorsitzender, Hoffrogge, lässt sein Amt wegen einer staatsanwaltlichen Ermittlung gegen ihn ruhen. Ob dies alles Zufall ist oder Teil des Systems Agrarindustrie?

„Nur mal eben so“ sind 2.400.000 Euro veruntreut worden. Dies  bestärkt viele Menschen in unserem Land, dass dieser Mentalität der Kumpanei, Spezl´n-Wirtschaft, Amigo-Verbindungen endlich ein Ende gesetzt werden muss.

Dem Chefredakteur der Kreiszeitung (nicht unbedingt bekannt als Spitze der Unterstützer der Agrarindustriegegner) kann man nur beipflichten, wenn er schreibt:   „Die ganze ‚Angelegenheit“ stinkt gewaltig“. Und man möchte hinzufügen: sie gehört restlos aufgeklärt.