Falsche Bio-Eier, Pferdefleisch in der Lasagne, Antibiotika im Hühnerfleisch und Dioxin in Eiern – Das System der Agrarindustrie – ein Kommentar von Michael Hettwer

Seit Jahren wird die Öffentlichkeit immer  wieder von Skandalen aus dem Bereich der Agrar- und Lebensmittelindustrie schockiert.

Gammelfleisch, Ekelfisch, Antibiotika in der Tiermast, Dioxin-Eier, Pferdefleisch in Pasta (und wo sonst noch?), „Billig“-Mitarbeiter unter Sklaven ähnlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, Qualzucht, mafiöse Strukturen im Umfeld, Verflechtungen zwischen Agrarindustrie und deren Lobbyisten zu Politik und öffentlich-rechtlichen Anstalten  – die Liste der Skandale und offensichtlicher Rechtsbrüche im Bereich der Agrar- und Lebensmittelindustrie ließe sich beliebig fortsetzen. Jetzt eben Betrug mit Bio-Eiern.

Es zeigt sich (leider) beeindruckend, wie ein über Jahrzehnte aufgebautes und gepflegtes Geflecht  bestimmter Politiker, Funktionären sogenannter Standesorganisationen, Agrar- und Lebensmittelindustrien dazu beigetragen haben, dass  sich Profitgier immer mehr zu Lasten von Recht, Moral, Gesundheit der Verbraucher, bäuerlich strukturierten Familienbetrieben, unserer Umwelt und nicht zuletzt auch der Tiere  durchgesetzt haben.

Und dass dabei auch noch alle Steuerzahler jedes Jahr zig Milliarden Euro als Subventionen für ein von Grund auf überholungsbedürftiges System zahlen, ist ein weiterer Skandal in den vielen Skandalen.

Dieses „immer mehr“, „immer billiger“ oder „wachsen oder weichen“ führt jetzt aber zu einer einschneidenden Veränderung in unserer Gesellschaft: immer mehr Verbraucher haben das Vertrauen in die in anonymen Märkten verramschten „Lebens-“ (?)mittel verloren und wenden sich immer häufiger alternativen Bezugsquellen zu. Und sie verändern ihr Konsumverhalten – gerade beim Fleisch.

Den Machenschaften einer kleinen geld- und machtgierigen Clique gehört ein Riegel vorgeschoben.

Das Durchstechen, Betrügen, Täuschen und Tricksen muss ein für alle mal ein Ende haben.

Hohe Strafen und die Androhung zur Schließung der gegen das Recht verstoßenden Betriebe muss zum Schutz der Menschen,der Umwelt und der Tiere endlich durchgesetzt werden.

 

 

4 Gedanken zu “Falsche Bio-Eier, Pferdefleisch in der Lasagne, Antibiotika im Hühnerfleisch und Dioxin in Eiern – Das System der Agrarindustrie – ein Kommentar von Michael Hettwer

  1. „Es zeigt sich (leider) beeindruckend, wie ein über Jahrzehnte aufgebautes und gepflegtes Geflecht bestimmter Politiker, Funktionären sogenannter Standesorganisationen, Agrar- und Lebensmittelindustrien dazu beigetragen haben, dass sich Profitgier immer mehr zu Lasten von Recht, Moral, Gesundheit der Verbraucher, bäuerlich strukturierten Familienbetrieben, unserer Umwelt und nicht zuletzt auch der Tiere durchgesetzt haben.“

    Man kann in diesem Zusammenhang auch von eindeutig mafiösen Strukturen sprechen! Ein wirksames Gegenmittel ist neben einer tierschutz-, umwelt- und verbraucherfreundlichen Regierungsmehrheit die Information der Öffentlichkeit.
    Transparanz, Aufklärung und Bürgerprotest müssen die Agrarwende der neuen niedersächsischen Landesregierung unterstützen und zu einer bundes- und EU-weiten Agrarreform führen, die dem bäuerlichen Mittelstand endlich wieder eine nachhaltige Perspektive eröffnet!

  2. Ich möchte doch darauf hinweisen, dass von einem Schockzustand der Verbraucher keine Rede sein kann. Unsere Lebensmittel sind weltweit die wohl am besten überwachten überhaupt. Ihre aufgeführten so genannten Skandale haben noch nirgends zu nachweisbaren Gesundheitsgefährdungen geführt. Sie verunsichern mit Ihren aufgeblähten Artikeln lediglich die Verbraucher. Sicherlich müssen Hersteller, die bewusst Verbrauchertäuschung begehen, zur Rechenschaft gezogen werden. Jedoch dem Endverbraucher zu vermitteln, dass uns nur noch minderwertige Lebensmitteln angeboten werden und lediglich eine kleinbäuerliche Landwirtschaft auf Bio-Basis dem Abhilfe schaffen kann, ist ebenso eine Täuschung des Verbrauchers. Zu glauben, dass man die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbaren Lebensmitteln sicherstellen kann, indem wir wieder zur bäuerlichen Landwirtschaft zurückkehren, ist doch mehr als blauäugig oder will man sich nur auf Kosten der „bösen Industrie“ profilieren, um selbst Profit zu machen? Jedenfalls lassen sich mit Lebensmittelskandalen nachweislich sehr gute Auflagensteigerungen und Erhöhungen der Einschaltquoten erzielen.

  3. Es könnte helfen, wenn alle Betriebe und Erzeuger, die sich des Betrugs schuldig gemacht haben, öffentlich für jedermann einsichtig ins Internet gestellt werden und wenn alle Massentierställe per Gesetz video-überwacht würden. Tierschutzorganisationen müssten jederzeit Zugang zu den Videodokumenten haben und alle Kontrollen sollten unangemeldet erfolgen. Es gibt alle technischen Möglichkeiten, sie müssen angewendet und bei Gericht zugelassen werden. Das sollte für alle EU Mitgliedstaaten gelten. EU-Länder, die sich nicht an strengeTierschutzgesetze halten, dürften keinerlei Subventionen aus Brüssel bekommen und Übergangsfristen sollten radikal verkürzt oder gar nicht erst ausgesprochen werden.

  4. Pingback: ***UPDATE*** Ergänzte Pressemitteilung: AbL warnt vor weiteren Skandalen in „Agrarindustrie-Bio“-Strukturen

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