NABU und BUND klagen gegen Agrarfabriken / Teilerfolg in Mecklenburg-Vorpommern

Pressemitteilung des NABU vom 23.11.2012:

Keine industrielle Tierhaltung im EU-Vogelschutzgebiet „Rheiderland“  NABU klagt gegen die geplante industrielle Hähnchenmastanlage in Ditzum

Ditzum/Hannover, d. 23.11.2012:

Der NABU hat Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg gegen die Errichtung zweier Hähnchen-Massentierställe von je 40.000 Tieren im EU-Vogelschutzgebiet „Rheiderland“ erhoben. Der Landkreis Leer hat den vom NABU eingebrachten Widerspruch gegen die erteilte Baugenehmigung zurückgewiesen, dass machte den weiteren Schritt der Klage notwendig.

Das EU-Vogelschutzgebiet „Rheiderland“ ist ein für wild lebende Vogelarten einmaliger geschützter Raum in der EU. Es gibt kein vergleichbares Vorkommen in Bezug auf die Rastvögelpopulation und die Artenvielfalt dieses geschützten Bereiches in ganz Europa! 

80. 000 Hähnchen sind hier falsch am Platz!

Durch den Bau einer solchen Anlage würde das EU-Vogelschutzgebiet „Rheiderland“, dass von europaweiter Bedeutung für den Wildvogelschutz ist, in seinen grundsätzlichen Schutzanforderungen bleibend geschädigt. Weiterlesen

Brandstiftung ist kein Mittel in der Auseinandersetzung um Agrarfabriken / Stellungnahme von Michael Hettwer

Zum Brand der Mastställe erklärt Michael Hettwer als Sprecher für das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken:

Mit völligem Unverständnis nimmt das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken den Brand der Massentierhaltungsställe im Emsländischen Meppen zur Kenntnis.

Die Auseinandersetzung um die Agrarfabriken wird sicherlich zum Teil mit harten Bandagen geführt; sie darf jedoch nie den Boden der Rechtsstaatlichkeit verlassen und für das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken sind Straftaten – egal von welcher Seite – kein Mittel im berechtigten Kampf gegen Agrarfabriken.

 

 

Unbekannte bedrohen Prälat – ein Kommentar von Michael Hettwer

Zu Medienberichten

nachfolgend ein Kommentar von Michael Hettwer, Barsinghausen:

Die Berichte der Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg (Oldbg.), und des NDR beschreiben eine abscheuliche Tat gegen einen katholischen Priester. Dieser Mann Gottes hat die unsäglichen Zustände, unter denen Mitarbeitern von Schlachthöfen leben und arbeiten müssen, thematisiert und dankenswerter Weise mit an die Öffentlichkeit gebracht.

Ist nun das tote Kaninchen, dem man die Haut abgezogen hat, eine ernsthaft Warnung der Fleischbranche, die es Kirche, der betroffene Kirchenmann und die Polizei vermuten? Ob dieses widerwärtige Vorgehen – dass man hierzulande bisher nur aus Mafia-Filmen kannte – nun von den so genannten Leiharbeitsfirmen, den Vermietern oder der Agrarindustrie zu verantworten ist, oder der oder die Täter ganz woanders zu suchen ist: die Gesellschaft ist aufgerufen, dem Treiben dieser an Sklavenarbeit und Sklavenhaltung erinnernden Zustände im Umfeld der Fleisch- und Agrarindustrie – aber auch anderswo -ganz schnell ein Ende zu bereiten.

Und wir alle sind verpflichtet, uns einmütig hinter den mutigen Prälaten aus Vechta und allen anderen Mitmenschen zu stellen, die für Recht, Freiheit, Menschenwürde, Umwelt und Tierwohl eintreten.

Wenn Agrar (in diesem Fall Fleisch-)-Industrie nur noch zu solchen (Werkverträge) Bedingungen rentabel zu gestallten ist, muss sie ein Ende haben, weil Sie sich eklatant gegen den Geist unseres Gemeinwesens stellt und ganz erheblich gegen unsere Verfassung sowie einschlägige Gesetze verstößt.

Ist es eigentlich Zufall, dass diese Tat kurz nach dem Aufruf des Niedersächsischen Landvolks Pastoren, die kritische Predigten in Kirchen hielten, zu denunzieren?

Prälat Peter Kossen möchte man zurufen: bitte bleiben Sie standhaft und lassen Sie sich nicht einschüchtern!

Aktuell dazu auch die Pressemeldung von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Niedersachsen.

Mail an Prof. Kamphues, Tierärztliche Hochschule Hannover – Familienmitglied der Wiesenhof-Inhaberfamilie im Stiftungsrat der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Folgende E-Mail hat Wilfried Papenhusen von Bündnis MUT aus Großenkneten Professor Josef Kamphues von der Tierärztlichen Hochschule Hannover geschrieben.

Nachfolgend der vollständige Text:

Guten Tag sehr geehrter Herr Prof. Josef Kamphues,

88 % der deutschen Bevölkerung sorgt sich um die Lebensmittelsicherheit und hat kein Vertrauen mehr in die deutsche Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie.  

88 % sind keine Randgruppe. Auch nicht ahnungslos und/oder unqualifiziert. 

Zu Ihrem Gesprächsbeitrag auf der Kreisverbandversammlung vom Niedersächsischen Landvolk Kreisverband Mittelweser Nienburg – Grafschaft Hoya e. V. im Nienburger Weserschlößchen:

“Heute äußert sich jeder Ahnungslose unqualifiziert zu diesem Thema” (…aktuelle Antibiotikadebatte…) erlauben Sie uns bitte folgende Anmerkung:

Nach wie vor hat das Thema Antibiotikamißbrauch in der deutschen Landwirtschaft an Aktualität nichts eingebüßt. Wenngleich die Diskussion darüber nicht neu ist. 

Nicht ganz zufällig hat das Landesnetzwerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken, in dem sich die Interessen von über 250.000 Mitgliedern aus über 120 Vereinen und Organisationen widerspiegeln, an der Stellschraube Verbraucherinformation hantiert.

Während die Strategie des Bauernverbandes ganz offensichtlich darin besteht, die Bedenken auch namhafter Wissenschaftler zu zerstreuen, multiplizieren die Mitglieder im Landesnetzwerk Niedersachsen Informationen u. a. von Prof. Wolfgang Witte, RKI, Dr. vet. Hermann Focke, Dr. med. Thomas Fein, Dr. med. Burkhard Kursch, aus der Studie Utrecht etc. etc.. 

Bitte, entschließen auch Sie sich, sehr geehrter Herr Prof. Josef Kamphues, zur Kenntnis zu nehmen, daß es sich hierbei eben nicht, um ahnungslose, unqualifizierte “Stimmungsmacher”, sondern um sehr engagierte und zugleich stark besorgte Bürger handelt.

Wenn Ihnen dies gelingen sollte, haben Sie sich bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung einer sachlichen und angemessenen Diskussion genähert. 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. 

Mit freundlichen Grüßen

Bündnis MUT

Mensch – Umwelt – Tier

-Wilfried Papenhusen-

www.buendnis-mut.de

Zur Information:

Die Tierärztliche Hochschule Hannover ist eine Anstalt öffentlichen Rechts. Sie wird durch Ihren Präsidenten Dr. Gerhard Greif gesetzlich vertreten. Die zuständige Aufsichtsbehörde ist der Stiftungsrat (§§ 59, 60 Absatz 2 Satz 2 Nr.7 NHG) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 2, 30559 Hannover.

Zu dem Stiftungsrat und seinen Mitglieder hier weitere Informationen:

Es ist schon bezeichnend wenn die Ehefrau des Verantwortlichen des größten Geflügelkonzerns in Europa, Fa. Wiesenhof, in diesem Stiftungsrat Mitglied ist.

Landvolk-Aktion gegen Pastoren schlägt hohe Wellen – Pfarrverein rät Landvolk zur Entschuldigung

Der vom Niedersächsischen Landvolk e.V. initiierte Aufruf an seine Mitglieder, kritische Predigten von Pastoren zur Massentierhaltung an das Landvolk zwecks weiterer Verwendung zu melden, hat jetzt den Hannoverschen Pfarrverein in einem offenen Brief an Landvolk-Präsident Hilse zu dem Rat, sich zu entschuldigen, auf den Plan gerufen.

Auch in den Medien hat der Vorgang zu vielfachen Reaktionen geführt.

Mehr dazu hier.